MICH INTERESSIERT DIE FRAGE MEHR ALS DIE ANTWORT
Oberflächlich gesehen, ist alles ganz gut. Der Milchkaffee steht wie immer schön angeordnet auf dem Tisch. Ich brauche das Ritual morgens, egal ob um 5.30 oder um 10 Uhr. Dieser Cafe, der Duft und einen Moment Ruhe. Ein aufflammendes Lächeln und der Tag kann starten. Ich bin bei der Sequenz, die während Corona entstanden ist.

Zunächst wirkt alles, auch wie auf meinen anderen Bildern schön geordnet. Aber geordnet ist hier gar nix. Irgendwas stört gewaltig. Man ist einem Trugbild aufgesessen, Irritationen machen sich breit. Und so wird meine Kunst immer mit der Überschrift: Die Ambivalenz der Wirklichkeit tituliert. Und genau da möchte ich mein Publikum haben. Mitten hinein in eine Geschichte, wenn schon Storytelling, dann bitte auch mit einem merkwürdigen Schwebezustand: „Ist das Wichtige gerade passiert oder passiere im nächsten Moment etwas….“ Was sieht der Betrachter, welche Frage stellt er sich. Ich will, dass meine Kunst ein Dialog ist, der wichtige Part liegt eigentlich eher beim Betrachter. Abgründig schön, irritierend und immer bleibt die Frage. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der es immerzu aus der gleichen Richtung weht? Wie verändert starker Wind das Leben, wenn er unumwunden weht? Wie wäre es, wenn alle digital, als auch analog wieder ruhiger miteinander umgehen? Und irgendwann fragt man sich, wann kommt in dieser Windstille die nächste Böe…..


