Beauty und Anti-Aging,  Entspannung

SIMPLY RED

Wer irgendwann mal in den letzten 55 Jahren Kind gewesen ist, sollte mit Rothaarigen kein Problem haben. Pumuckel, Pippi, Ron Weasley….usw. Mein Problem begann, als ich nach ca. einem Monat Kindergartenbesuch mit etwa 4 Jahren bemerkte: Du bist anders…zwar nicht massiv, aber irgendwas ist anders. Es war keine Frage, zu Karneval wurden meine langen roten Haare geflochten, mir noch ein paar Sprossen dazu gemalt und fertig war mein Kostüm. Irgendwann war mir klar: Du bist die einzige in der Gruppe mit einem Feuerkopf, kein Wunder, dass dich andere anstarren, …“rote Haare Sommersprossen…“ sind nur harmlose Sprüche, die das Mobbing bis in die Grundschule fortsetzen.  Auf dem 16. Chromosom liegt das Gen MC1R, das vor mehreren Millionen Jahren mutiert sein muss. Anstatt des dunklen Eumelanins, baut es Phämelanin in Haut, Haare und Augen. Etwa 1% der Weltbevölkerung tragen diese Mutation. Schon in alten Märchen hatten Hexen gern mal rote Haare, in der „Geburt der Venus“ ließ Boticelli 1485 das rot leuchtende Haar vom Haupte der frisch geschlüpften Verführerin wehen und gern neigt man heute auch dazu, Vamps von Hollywood mit roter Mähne auszustatten. Die Angriffsfläche ist aber immer da, auch wenn es positive Stereotypen sind, denen auch Gucci sich bedient, wenn ganze Anzeigenkampagnen mit rothaarigen Models produziert werden.

 

Irgendwann, spät nach der Pubertät habe ich kapiert, dass es nicht so schlimm ist, anders auszusehen und dass es einfach manchmal Spaß macht, zu polarisieren. Heute bin ich dem Gen dankbar, denn es erspart mir den Gang zum Friseur…mit jedem Lebensjahr dazu werden meine Haare ein klein wenig blonder und dann gehöre ich langsam zu den ca. 2% der Weltbevölkerung mit blonder Mähne.

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