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EINFACH MAL NUR BLÖD……

Eben ist es wieder passiert: Bobbie und ich laufen über eine Wiese und sie setzt einen Haufen drauf. Ehe ich meine schwarze dafür vorgesehene Tüte hervorkrame, kommt eine junge Dame auf mich zu und sagt: „Gehört dieser Hund Ihnen?“ Ich verneine, kann ein Tier, ja, ein Lebewesen jemanden gehören? Klar, Bobbie wohnt bei uns, wir sorgen für sie. Sie hat eine Haftpflichtversicherung und zahlt Steuern, als ihre Bürokraft übernehme ich den Papierkram für sie. „Gehört dieser Hund zu Ihnen“, ja, das klingt dann  schon besser. Aber bin ich Hundebesitzerin? Keine Ahnung, da fühle ich mich auch nicht wohl bei.

Feinsinnige Gemüter weichen deshalb auf den Begriff „Hundehalter“ aus. Das klingt für mich nun wiederum sehr beamtenmäßig und sieht nach Verwaltung aus. Ich verwalte meinen Hund aber nicht. Klingt auch eher statisch, wie eine Leinenaufhängung zur Hundebefestigung. Aber auch das so behagt mir nicht.

Vermutlich haben sich deshalb viele damit abgefunden, dass sie „Frauchen“  und ihre männlichen Pendants „Herrchen“ sind. Meistens wird dieser Begriff ja fälschlich aus der Sicht des Hundes gebraucht. „Na, bist du mit Frauchen im Wald? “ Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass Bobbie nicht denkt, dass ich Frauchen bin. Ich bin viel größer als sie, warum also diese Verkleinerungsform? Nein, niedlich findet sie mich bestimmt nicht. Da ich mit Bobbie auch nicht verheiratet bin, kann ich aber auch nicht ihre Frau sein. Frauchen – Herrchen ist aus der Sicht des Hundes zumindest etwas Seltsames. Aber es ist so … so so dämlich. Es ist einfach nur blöd.

Es ist erstaunlich, dass viele schon so lange ihr Leben mit Hunden teilen und noch keinen würdigen Begriff gefunden haben, der das Verhältnis von uns Menschen zum Tier beschreibt, der Verantwortung beinhaltet und Freundschaft. Und er müsste das feste Band ausdrücken, das die wechselseitige Lebensbegleitung ausmacht. Vielleicht bin ich am ehesten Bobbies Weggefährtin. So wie sie meine ist. Hundegefährtin. Möglicherweise wird es irgendwann noch einen besseren Begriff geben. Auf jeden Fall aber gibt es schon viele schlechtere. Und Weggefährten, das ist für mich der schönste Ausdruck, der tiefe, innere Verbundenheit zeigt – nicht nur bei Bobbie.

 

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